Schadenfreude: Germany's Guilty Pleasure

Es ist ein Wort, das es in den englischen Wortschatz geschafft hat, weil es keine perfekte Übersetzung gibt: Schadenfreude. Diese typisch deutsche Emotion beschreibt das kleine, oft diebische Vergnügen, das man aus dem Missgeschick eines anderen zieht. Es ist nicht der Wunsch, dass jemandem Schlimmes zustößt, sondern eher das leise Kichern, wenn das Schicksal auf komische Weise zuschlägt – vorzugsweise bei jemandem, der es ein kleines bisschen „verdient“ hat.
Die Quellen der Schadenfreude sind endlos und oft banal. Der arrogante Nachbar, der seinen neuen Sportwagen poliert und dabei einen Kratzer entdeckt. Der Mitschüler, der nie gelernt hat und dann bei einer einfachen Frage im Unterricht stottert. Oder der Fußballfan, dessen Erzrivale in der letzten Minute ein entscheidendes Spiel verliert. Es sind diese kleinen Momente der kosmischen Gerechtigkeit, die ein Gefühl der Genugtuung hervorrufen, das man nur schwer unterdrücken kann.
Aber ist das nicht bösartig? Nicht unbedingt. Schadenfreude ist selten wirklich hasserfüllt. Sie ist eher ein menschliches Ventil, eine Art, mit eigenem Neid oder kleineren Frustrationen umzugehen. Sie schafft eine heimliche Komplizenschaft, wenn man mit einem Freund einen vielsagenden Blick austauscht. Man gibt es nicht gerne zu, aber tief im Inneren ist es ein beruhigendes Gefühl, zu sehen, dass auch andere nicht perfekt sind. Es ist Deutschlands heimliches Vergnügen, ein kleiner Trost im Alltagsstress.
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